Auf der türkischen Seite ging es deutlich schlechter organisiert und auch nicht mehr ganz so höflich zu. Trotzdem waren wir nach einer Stunde eingereist und von Royan wollte niemand etwas wissen. Nur einer verlangte Bakschisch, war dann aber auch ohne zufrieden. Nun mussten wir uns auf andere Dieselpreise einstellen. Hier kostet ein Liter 1.5 Euro für das Geld hätten wir im Iran den ganzen Tank gefüllt. Unsere beiden Ersatzkanister waren voll, hoffentlich ist genug Frostschutzmittel beigemischt, denn der Motor lief am Morgen immer schlechter an. Ein Aufsteller war die verschneite Berglandschaft mit dem Doppelvulkankegel des Ararat (5100m), einfach grandios, genauso wie die Erkenntnis in Zukunft nicht immer nach dem Kopftuch suchen zu müssen. Grad nach der Grenze gibt es einen 30m tiefen und 60m breiten Meteoritenkrater, der gut bewacht ist, weil in der Gegend anscheinend viel geschmuggelt wird. Unter anderem Treibstoff, kein Wunder bei der Preisdifferenz. Die Berglandschaft in Kurdistan muss im Sommer wunderschön sein, zum Campieren ist im Moment in dieser Gegend aber nicht die richtige Saison. An manchen Tagen wurde es nicht wärmer als -15 Grad und wir hatten Glück, dass es nicht schneite. Auf dem direktesten Weg fuhren wir nach Süden, an der Ostküste des Van Sees vorbei, Richtung Mittelmeerküste. Am Sonntag dem 21. Januar lief endlich die Wasserpumpe wieder. Wir hatten schon befürchtet, sie sei ganz kaputt. Allerdings lief auch das Wasser unter dem Küchenschrank hervor, also war durch das Eis doch Irgendetwas undicht geworden. Folglich weitere Tage mit Mineralwasser und Kanister funktionieren, bis wir an der Küste hoffentlich an der Wärme einen Platz zum Bleiben finden. Weiter im Süden war die Gegend vom Gebirge in sanfte Hügel über und die Vegetation änderte sich. Es gab wieder Pistazienbäume, Olivenbäume, Zitrusfrüchte und vor allem viele Weingärten. Die Spaziergänge mit Royan blieben weiterhin spannend, dieses Mal wegen der grossen anatolischen Hirtenhunde, die einen ausgeprägten Schutzinstinkt haben. Einmal riss sich so ein Bär von der Kette los und ich hatte Royan an der Leine, weil Kaninchen dort frei herumhoppelten. Gerade noch rechtzeitig löste ich die Leine, da hatte er uns auch schon knurrend und bellend eingeholt. Ich hatte noch Zeit einen Stein aufzuheben und - es passierte gar nichts. Am Ende ging er mit spazieren und am anderen Morgen gleich noch einmal mit uns. Royan liess sogar die Kaninchen in Frieden als ob er gemerkt hätte dass die hier unter Schutz stehen. Am nächsten Übernachtungsplatz passierte noch mal fast das gleiche mit einem noch grösseren Kangal Rüden, der ebenfalls die Kette hinter sich herzog. Dieses Mal hatte ich schon keine Angst mehr und sie liessen sich auch in Ruhe. Dann holte uns der Schnee ein und die Polizei liess niemanden Weiterfahren, der keine Schneeketten montierte. Dass soweit im Süden noch mal 20 cm Schnee liegen würden hätten wir nicht erwartet. Mitten in einer Kolonne Lastwagen montierten wir wie die anderen im Schneegestöber die Ketten. Sofort waren zwei Helfer zur Stelle und einer flüsterte uns ins Ohr, er sei Kurde, Walter gab er sogar einen Abschiedskuss, was hier vermutlich besonderes Vertrauen beweist. Zigaretten oder etwas anderes für ihre Hilfe wollten sie nicht annehmen. Sie kamen uns vor wie die Iraner. Das war nicht das einzige Mal, dass wir das Gefühl hatten die Leute dürfen nicht laut sagen, dass sie Kurden sind. Überhaupt existiert neben der modernen Türkei einiges was eher ans Mittelalter erinnert. Auf einer Raststätte die noch nicht fertiggebaut war, war ein Mann angestellt um dort nachts aufzupassen. Er muss nachts in der halbfertigen Hütte ziemlich gefroren haben. Wir luden ihn zum Tee ein, da wir gerade beim Frühstücken waren und kamen ins „Gespräch“ (mit Händen und Füssen), auch für das Brot war er sehr dankbar. Als er hörte, dass wir keine Kinder haben, bedeutete er dass er 5 habe was wohl eher ein Problem für ihn war. Er bot uns allen Ernstes an, uns eines seiner Kinder mit in die Schweiz zu geben, und er machte nicht den Eindruck, als ob er kein Verantwortungsgefühl hätte.

Bei Diabakyr überquerten wir den Tigris und fuhren in die Altstadt, die von einer riesigen Stadtmauer eingerahmt ist. Nach der chinesischen Mauer soll sie das längste und dickste Bollwerk sein, das es gibt. In der Altstadt leben vor allem Kurden und Araber während im moderneren neuen Teil der Stadt ausserhalb Türken wohnen. Wir verirrten uns in den engen Gassen, die noch dick vereist waren. Die Leute waren alle mit Pickeln und Schaufeln daran einen besseren Weg zu bahnen, da die Sonne schien und es im Moment taute. Als es nach frischem Brot roch entdeckten wir eine Backstube und ich ging kurzerhand hinein um Brot zu kaufen. Etwa 6 Männer standen vor einem grossen Feuerloch. Zwei kneteten aus dem Teig die Brote, ein anderer schoss sie mit einem langen hölzernen Schiesser ein und holte die fertigen heraus. Sofort brachte mir jemand einen Hocker und ein Glas Tee. Erstaunt realisierte ich, dass ausser mir niemand Brot kaufte, stattdessen Frauen Teig brachten. Sie schenkten mir ein Brot und fragten mich sogar, ob ich ein Foto machen wolle. Mir fielen die Geschichten von Oma ein, als sie erzählte wie sie den Brotteig früher zum Bäcker brachten, um das Brot zu backen. Etwas Ähnliches spielte sich hier ab. Nur dass ein Bäcker bei uns auf eine plötzlich aufgetauchte Fremde vermutlich etwas anders reagiert hätte. Das ist ein gutes Beispiel für die Mentalität der Leute die uns immer wieder überraschen. Das Brot schmeckte sehr gut. Bald überquerten wir den Euphrat und verliessen bei Gaziantep die Autobahn. Wir wollten zu einem Supermarkt, weil wir Trockenfutter für Royan brauchten. Den fanden wir auch bald. So neu und modern, dass er jedem Einkaufszentrum bei uns Konkurrenz gemacht hätte. Wir konnten es fast nicht glauben, vor allem war praktisch niemand im Laden, was bei den Preisen kein Wunder war. Alles wirkte sehr künstlich, sogar einen Metalldetektor wie an einem Flughafen gab es. Wie das Ganze rentierte und wohin alle die Frischwaren gingen blieb uns ein Rätsel, Hauptsache wir hatten eine Packung Pedigree und Chappi, das gab’s nämlich dort auch. Bei Tarsus sahen wir das Meer bei sonnigem Wetter und warmen 16 Grad. Am 23. Januar fanden wir einen Campingplatz mit Warmwasser und Stromanschluss, seit St. Petersburg der zweite offizielle Campingplatz auf unserer Reise. Royan war kein Problem, da sie selbst Hunde hatten, und es gab viele leere Plätze. Die wenigen Gäste waren Rentner aus Norddeutschland mit Wohnmobilen, die hier den Winter verbringen. 5 an der Zahl, die wir natürlich alle schnell kennen lernten. Ins nahe gelegene Kizkalesi gingen wir zu Fuss Einkaufen, und unser Bus stand direkt am Meer. In Kizkalesi befindet sich eine alte Seefestung und einige uralte halbverfallene christliche Kirchen in einem grossen ehemaligen Friedhof. Viele Steinsärge mit etwa 20 cm dicken Wänden und 1,50m Höhe sieht man überall verstreut. Verwitterte Inschriften und das Kreuzritterzeichen erinnern an längst vergangene Zeiten. Nicht weit von hier ist Kaiser Friedrich Barbarossa in einem Fluss umgekommen, als er ein Heer auf einen Kreuzzug nach Jerusalem führte. Bei einem Spaziergang fanden wir gestern eine Schildkröte und Stachelschweine soll es auch geben. Royan ist selten „zu Hause“ da die Campingplatzhündin gerade läufig ist. Jedem Tierchen sein Plaisierchen!

Zwei Mal kamen noch andere Fernreisende vorbei. Einmal ein Deutscher mit einem Pinzgauer in Begleitung eines Paares aus Österreich mit einem Toyota. Sie sind auf dem Weg nach Uganda, wo sie in 3 Monaten ankommen wollen. Danach werden die Autos verschifft, um im Sommer durch Russland nach China ins Tibet zu fahren, wofür sie weitere 3 Monate veranschlagt haben. Visas und Führer haben sie alles bereits organisiert (Dank zweier Pässe). Eine verrückte Welt, die einen überwintern fast 6 Monate auf dem gleichen Campingplatz und die anderen fahren in der gleichen Zeit auf ganz verschiedenen Erdteilen herum. Noch mehr zum Staunen brachte uns Philippe aus Bordeaux. Er ist zu Fuss unterwegs und auf dem Mosesberg im Sinai losgelaufen. Er will nach 8000 km Friedensmarsch in Santiago de Compostela ankommen. Das Gepäck hat er auf einer Art Veloanhänger, den er zieht. Die letzten 20 Jahre ist er durch die Welt geradelt und hat fast alle Länder dieser Erde abgefahren (war vor 20 Jahren in China, wo er nach 4 Wochen verhaftet wurde, als sie entdeckten, dass er als Ausländer alleine ohne Führer unterwegs war). Nun habe er aber keine Lust mehr alleine zu Reisen, träumt von einer Familie und einem ähnlichem Auto wie unseres.

Ich bin jetzt schon gespannt wie es weiterging, er hat uns seine Adresse gegeben. Anfang Februar fuhren wir in die Berge nach Kappadokien. Leider war es schon spät, als wir ankamen, so dass wir an diesem Tag nicht mehr viel sahen. Am anderen Tag schauten wir ungläubig in eine veränderte Welt. Nachts hatte es 30 cm geschneit und weit und breit war niemand der Schnee räumte. Die Landschaft lag unter dem Schnee versteckt und das Beste war, so schnell wie möglich wieder ans Meer zu kommen, bevor wir hier endgültig eingeschneit werden. Schade die bizarren Felsen und unterirdischen Wohnungen wären sicher sehr interessant gewesen. So waren wir froh, wieder in wärmere Gegenden zu kommen, ohne die Ketten montieren zu müssen. Die Route die wir eigentlich fahren wollten, war prompt einige Zeit gesperrt (haben wir später gehört). Die Küstenstrasse der wir nun nach Westen folgten, führt durch endlose Kiefernwälder. Manchmal blühten bunte Blumen dazwischen. Die Landschaft ist sehr bergig und die meisten Flusstäler sind gefüllt mit Treibhäusern, wo Bananen angebaut werden. Das Klima ist so mild, dass Bananenstauden selbst im Freien gedeihen. Natürlich gibt es auch unzählige Orangen und Zitronenbäume, Olivenhaine, Pfirsich und Mandelbäume die nun rosa und weis in voller Blüte standen. Bei sonnigem Wetter bilden die Buchten mit leuchtend weisen Sandstränden und türkisblauem Wasser zwischen den Steilküsten einen wunderschönen Kontrast. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die Strasse gebaut, zuvor war die Gegend nur vom Meer her zugänglich. Hirten sind mit ihren Ziegenherden unterwegs und überall stehen unzählige Bienenkästen, da nun alles zu blühen beginnt. Leider war das Wetter wechselhaft und immer wieder regnerisch und kühl, so dass wir die nebelverhangene Landschaft nur zum Teil sehen konnten. Bei Anamur fanden wir einen Campingplatz in der Nähe der alten Burg, die wir dort besichtigten. Beim Abendessen war es schon stockdunkel. Da wir die einzigen Gäste waren, hatte der Besitzer auch die Wegbeleuchtung nicht eingeschaltet. Wir waren den ganzen Tag Auto gefahren, darum wollte Royan nach dem Spaziergang lieber draussen liegen. Normalerweise geht er nicht weit vom Auto weg. Dort muss jedoch in der Nähe eine Hündin läufig gewesen sein. Als ich rausschaute war er spurlos verschwunden. Eine starkbefahrene Strasse lief direkt ausserhalb des Campingplatzes vorbei. Mit einer Taschenlampe hastete ich mit einem mulmigen Gefühl im Bauch Richtung Haupttor. Nirgends ein Hund zu sehen. Ich traute mich nicht mal nach ihm zu rufen, aus Angst er würde bereits auf der anderen Strassenseite herumstöbern. Also rannte ich weiter Richtung Dorf. Die Erleichterung war gross, als ich ihn endlich im Licht der Lampe am Strassenrand sah. Schuldbewusst kam er angetrottet und ich war so froh, dass nichts passiert war, dass ich nicht mal schimpfen konnte. Unser Schutzengel hat aufgepasst!

Die nächste Station war Gazianpascha, ein kleiner Camping bei einer Bucht mit Fischerhafen, wo wir zwei fangfrische Thunfische kauften die sehr gut schmeckten. Ein türkischer Rentner und drei Wohnmobile aus Deutschland standen auch dort. Auf der Weiterfahrt fanden wir in Kizilot einen kleinen Platz direkt an einem langen Sandstand, den wir ganz für uns alleine hatten und darum auch ein paar Tage blieben. Besuch gabs vor allem von mehreren Hunden, die wohl niemand gehörten. Eine Hündin hatte drei dünne Welpen und ich war schon drauf und dran das dünnste mitzunehmen, leider kannte ich niemanden der die Kleine zu sich nehmen könnte. Für zwei halbverhungerte Findlinge gab es zum Glück ein Happy End. Max, ein deutscher Rentner mit Wohnwagen unterwegs, nahm beide Welpen, die wir auf einem Müllplatz gefunden hatten, zu sich. Sein Hund war vor kurzem an einer Vergiftung gestorben.

Geschockt hat uns die Geschichte des Angestellten vom Campingplatz. Er hatte frische Narben im Gesicht und ein Teil der Nase fehlte. Ein Pitbull hatte ihn ins Gesicht gebissen. (Immer wieder neue Hundestories!) Einen weiteren Zwischenstop machten wir am Strand von Olympos, in Cirali. An diese Sandbucht kommen vom Aussterben bedrohte Wasserschildkröten, um ihre Eier zu vergraben. Wir sahen allerdings nur eine Landschildkröte. An den bewaldeten Berghängen gibt es Ruinen aus der Zeit noch vor den Griechen. Überhaupt stösst man oft auf Überreste aus der Griechen- und Römerzeit. Homer schreibt in seinem Epos sogar etwas über diesen Ort. Dort soll Zeus ein feuerspeiendes Ungeheuer besiegt und dann verbannt haben. Tatsächlich schlagen meterhohe Flammen aus dem Boden. Es ist brennendes Methangas, welches aus Erdspalten an die Oberfläche strömt. Wir konnten direkt an der Sandbucht campieren, dort lernten wir Ibrahim kennen. Er wohnte früher in Istanbul, hatte ein Geschäft, eine Frau und zwei Kinder. Nach gesundheitlichen Problemen und der Trennung von seiner Frau wurde es ihm zu eng. Er hat dem Luxusleben den Rücken gekehrt und lebt nun seit 6 Jahren mit seinem Hund in einer Art Gartenhütte mit Vorzelt, wo er sich eine kleine Küche und eine Dusche eingerichtet hat. Er konnte Englisch und hat uns allerhand erzählt. Der Vorrat an Orangen und Zitronen den er uns schenkte, reichte bis nach Italien. In der Bucht darf zum Glück nur einstöckig gebaut werden und so hat das kleine Dorf seinen ursprünglichen Charakter wenigstens teilweise bewahrt. Ansonsten ist die türkische Mittelmeerküste sehr zugebaut. Überall gibt es Ferienhäuser und Hotels. Nach zwei Tagen kam eine Junge Familie mit ihrem selbst ausgebauten Wohnmobil zum Campieren. Andrew ist Schotte, seine Frau Katja Ukrainerin, mit ihren Kindern Kion und Bassi wohnten sie in Berlin und reisten nun zusammen mit einem Freund, Conner aus Irland. Sie waren auf dem Weg nach Syrien, bei den langen Gesprächen über alles Mögliche konnten wir unser Englisch ein bisschen üben, obwohl wir Andrew mit seinem schottischen Englisch zuerst kaum verstanden haben. Am 24. Februar fuhren wir weiter nach Myra, wo der heilige St. Nikolaus Bischof war. Viele der antiken Mauern und Felsengräber haben die Zeit überdauert und sind nun das Ziel ganzer Karawanen von Reisebussen, die die ausländischen Hotelgäste der ganzen Küstenumgebung hierher fahren. Mittlerweile blühten die Mimosen und Bougainville, sogar eine lila Kalla entdeckte ich bei einem Spaziergang. Ein Stück weiter westlich liegt Patara, die Geburtsstadt von St. Nikolaus. Anscheinend ist die Geschichte mit den gefüllten Socken tatsächlich passiert. Als ein armer Bauer St. Nikolaus traurig erzählte, dass er keine seiner Töchter verheiraten könne, weil er keine Mitgift habe, beschloss Nikolaus zu helfen. Am Abend wollte er der Familie für jede Tochter ein Säckchen mit Geld bringen. Alle waren schon im Bett. So kletterte Nikolaus aufs Dach zum Kamin. Dort waren Socken zum Trocknen aufgehängt, er steckte das Geld dorthinein und verschwand unbemerkt. Heute wird die Stadt von französischen Archäologen wieder ausgegraben. Ein Theater, Gebäudereste und eine mit Steinplatten befestigte Allee mit vielen Säulen haben sie bereits freigelegt. Hinter der grossen Sandbucht gibt es hohe Wanderdünen fast wie in einer Wüste. Früher lag Patara am Meer und hatte einen Hafen, inzwischen liegt gut ein km Land zwischen der Küste und den alten Ruinen, soweit hat sich das Meer zurückgezogen. Das nächste Ziel war Pamukkale mit den weisen Sinterterassen, die als Ablagerungen von heissen Quellen dort entstanden sind. Früher badeten die Touristen dort. Durch den Massenandrang und die vielen Hotels ging das meiste kaputt. Inzwischen hat die UNESCO alles zum Weltkulturerbe erklärt, die Hotels wurden abgerissen und gebadet werden nur noch die Füsse an einer ausgesuchten Stelle. Darüber wachen gestrenge Securitas Leute. Das Wasser wird turnusmässig über verschiedene Gebiete geleitet, so dass mittlerweile einiges wieder hergestellt ist. Auf jeden Fall genug, dass wir sehr beeindruckt von der Grösse der schneeweissen Terrassen waren. Die Sonne ging im Abendrot unter, und lies die Wasserbecken wie rotes Gold leuchten. Am Morgen stieg der Dampf auf, es waren noch keine Reisegruppen da und alles wirkte ein bisschen märchenhaft, wie riesiges Zuckergebäck.

Auf dem Weg nach Izmir machten wir Station in Ephesus, um das sich ebenfalls viel Geschichtliches dreht. Unter anderem hat der Apostel Johannes hier gelebt und ist dort begraben, angeblich auch Maria, die auf einem der Hügel beerdigt sein soll. Orcun, ein ehemaliger Baskeballtrainer von Walter lebt in Izmir und zeigte uns seine Stadt. Einen Standplatz fanden wir direkt an der Strandpromenade, wo es grosse Grünanlagen gibt, und wir gut mit Royan spazieren konnten. Auf der Fahrt zu Orcuns Ferienhaus sahen wir bei einem Dorf per Zufall Kamelkämpfe. Wenn die Weibchen in Hitze sind, kämpfen die Männchen um das Vorrecht des Stärkeren. Damit sie sich nicht beissen können, tragen sie einen Maulkorb. Gewonnen hat der, der den anderen wegschieben oder runterdrücken kann, oder wenn einer freiwillig den Rückzug antritt. Anscheinend wird dabei mit Wetten viel Geld verdient. Am 6. März überquerten wir mit der Fähre bei Chanakale die Dardanellen, waren also endgültig wieder in Europa angekommen. Die Grenze nach Griechenland passierten wir ohne Schwierigkeiten, auch die Wiedereinreise von Royan nach Europa war kein Problem. In Griechenland legten wir unseren 40 000sten km zurück. Leider war es kühl geworden, so dass wir nicht lange blieben und schon am 10. März in Igoumenitsa auf die Fähre nach Bari warteten. Sie legte mit 3 Stunden Verspätung an. Nachdem die meisten Lastwagen ausgeladen waren, hatten wir das oberste Deck für uns alleine, konnten im Auto bleiben und Royan problemlos rauslassen, was die 12 Stunden Fahrt einiges angenehmer machte. Etwas nördlich von Bari fanden wir bei Manfredonia einen Campingplatz der das ganze Jahr offen ist, und warmes Wetter zum bleiben. Am 18. März mussten wir uns dann endgültig ans heimfahren machen, so schaffen wir es noch bis Mamas Geburtstag nach Deutschland und haben daheim in Neuenkirch Zeit uns einzuleben bevor ich wieder arbeiten und Walter eine Stelle suchen muss.

 


zurück