Wir werden am Flughafen von einem Shuttle Taxi abgeholt und auf der Hohewarte steht unser Auto. Leider nicht ganz abfahrbereit, denn die Batterie ist tot. Heike hilft uns mit ihrem Auto und nach dem Überbrücken der Batterie machen wir uns auf den Weg in die Stadt, wo wir auf dem Urban Camp einen Platz reserviert haben. Und zweitens kommt es anders als man denkt, dann der Platz ist besetzt. Aber im südlichen Afrika gibt es ein geflügeltes Wort: "we make a plan", will heissen "wir überlegen uns was". Am Abend stehen wir doch noch auf dem reservierten Platz. Nachdem die Schiebetür repariert und der Bus eine neue Batterie bekommen hat, müssen wir noch einkaufen. Weiter im Norden sind Dinge wie Wein, Wurst oder gutes Brot viel schwerer zu bekommen. Nachdem wir uns von Heike und Markus (die Manager auf der Gästefarm Hohewarte, wo der Bus nun 5 Jahre stand) verabschiedet haben, treffen wir uns mit Hans, einem anderen Reisenden, der sich hier ein Haus gekauft hat und teils in Namibia, teils in Deutschland lebt. Es ist immer wieder interessant von den Erfahrungen anderer zu hören, meistens lernen wir das ein oder andere dazu. Es ist ein eigenartiges Gefühl, nun das ein bisschen vertraut gewordene Namibia womöglich für immer zu verlassen. Schliesslich wissen wir noch nicht, ob wir hier nochmal vorbeikommen werden. Zurzeit zeigt sich das Land von seiner schönsten Seite. Nach 3 Jahren Dürre hat es endlich wieder richtig geregnet, das Gras ist lang, die Bäume und Büsche grün, so dass es wie bei uns im Frühling aussieht. Vereinzelte weisse „Watte Bausch Wolken“ wirken wie aufgehängt an dem weiten blauen Himmel. Es gibt auch immer wieder lustig Episoden, zum Beispiel folgende: nachdem ein Polizist bei einer Straßen Kontrolle nichts Ordnungswidriges entdecken kann, stellt er mit ernster Miene fest, dass unsere Nummernschild zu klein ist. So wie er dreinschaut ein sehr schlimmes Vergehen. Er darf nicht merken, dass wir ihn nicht ernst nehmen und wir müssen so mit ihm reden dass er uns ohne das Gesicht zu verlieren fahren lässt. Mittlerweile wissen wir besser wie das Spiel läuft und bald darauf sind wir auf der Weiterfahrt.

Die ersten Wildtiere, Kudus, Kuh Antilopen, Paviane und viele Vögeln kreuzen den Weg. An Walters Geburtstag sind wir bereits im Etosha National Park und staunen ein weiteres Mal über die grüne Landschaft. Das reichlich vorhandene Wasser hat allerdings auch zur Folge, dass die Tiere nicht zu den Wasserstellen kommen müssen, sondern sich im ganzen Park verteilen können. So sehen wir im hohen Gras nur wenige Tiere (ausgenommen Zebras und Giraffen, davon gibt es viele) im Vergleich zu unseren früheren Besuchen. Als wir die Etosha verlassen wollen, entdeckt die Beamtin am Gate, dass wir ungekochte Eier in der Kühlbox haben. Bisher hatten sie nur nach Fleisch gefragt. Obwohl auf der Verpackung steht das wir die Eier aus Windhoek mitgebracht haben, klärt uns die Frau Offizier darüber auf, dass sie verseucht sein könnten und wenn wir sie nicht abgeben wollen, müssen wir sie an Ort und Stelle kochen. Das Ganze ist so idiotisch, dass ich ihnen die Eier grad zum Trotz nicht gönnen mag und lieber alle abkoche. In der Eile vergesse ich dummerweise das Gas ganz abzudrehen, was kurze Zeit in einem lauten Knall endet. Es klingt wie eine Explosion und die Glassplitter der Abdeckplatte fliegen überall durchs Auto (eine weitere Episode zur Rubrik Pleiten, Pech und Pannen). Zum Glück ist ausser dem kaputten Glas und dem Schreck nicht mehr passiert. Da wir nun nur noch die Hälfte unserer sowieso schon sehr begrenzten Abstellfläche haben, überlegen wir, wie wir zu einem Ersatz kommen könnten. Wir finden eine Metallwerkstatt in Tsumeb. Dort lassen wir aus einem Stück Aluminium, welches sie aus einem alten Tank heraustrennen, einen Ersatz machen. Zunächst ist vor allem Walter skeptisch, ob das was wird. Meine Schusseligkeit kostet uns einen halben Tag, aber am Ende kommt etwas Brauchbares dabei heraus. Die Aluabdeckung sieht nicht so schick aus, wie die kaputte Glasplatte, aber sie erfüllt den Zweck.

Auf dem Roys Camp lernen wir Brigitte und Martin aus Schwyz kennen. Wir geniessen den Abend am Feuer, mit einem leckeren Rumpsteak auf dem Grill, einem Glas Wein in der Hand und mit interessanten Gesprächen zu viert. Im Caprivi oder Zambesi Region, wie der Landstrich im Norden Namibias neu heisst, machen wir einen Zwischen Stopp im Mahongo Park. Wir campieren auf der Mahongo Safari Lodge direkt am Okawango. Nachts hört man die Hippos im Fluss und inzwischen kann man in einer Art Käfig dort sogar im Fluss schwimmen. Als wir uns früh morgens auf die Pirsch in den Park aufmachen, sehen wir zwar viele Tiere, jedoch trotzdem weniger als in der Trockenzeit. Am eindrücklichsten sind, wie schon beim letzten Mal, die grossen Elefantenbullen die ganz nah ans Auto kommen. Wir verabschieden uns von Brigitte und Martin, sie fahren südwärts, wir nordwärts weiter.


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