40 km nach Mata Mata übernachten wir auf dem schönen und gepflegten Gelände der Terra Rouge Farm, auf der Namibischen Seite des Nossobtrockenflusses. Hanneli und Pieter das Farmer Ehepaar ist sehr freundlich und wir erfahren von Pieter einiges über das Farmleben. Zum Beispiel, dass er ca. 40 km Wasserleitungen auf seiner 30‘000 Hektar grossen Farm verlegt hat, um den 3000 Schafen in den verschiedenen Weiden Tränken zu bauen. Am Abend galoppiert eine Pferdeherde das Flussbett entlang und der Himmel steht in der untergehenden Sonne vor den restlichen Wolken förmlich in Flammen. Fast wird man an die Bilder aus Wildwestfilmen erinnert. Dieses Land hat auch Ähnlichkeiten mit dem trockenen Westen der USA. Die riesigen weitverstreuten Farmen, die Menschen führen ein hartes, raues aber auch freies Leben, mindestens diejenigen, die sich hier eine Existenz aufbauen konnten auf einer Farm die sie immer noch versorgen kann.

Inzwischen haben weitere 2 Reifen Blasen bekommen und wir müssen eines der Ersatzräder montieren, da es zu gefährlich wird, wenn ein Reifen plötzlich platzt. So haben wir uns das nicht vorgestellt, als wir die neuen BF Goodrich Allterrain Reifen gekauft haben, das dumme ist, bisher konnte uns keiner eine Erklärung liefern.

Die Fahrt entlang der Tirasberge zu den Sossusvlei Dünen ist zwar landschaftlich grandios, aber es hat nun mehrere Jahre im Süden Namibias viel zu wenig geregnet, es wächst fast nichts mehr. Skelette von Oryx Antilopen, Kühen und Eseln liegen am Strassenrand und selbst die noch Lebenden gleichen eher einem Gerippe, weil es viel zu wenig Futter gibt. Die Bewohner dieser Gegend spüren die Folgen des Klimawandels besonders brutal, viele Farmer müssen aufgeben. Welch ein Kontrast zum grünen Botswana und dem Norden, wo dieses Jahr genug Regen fiel. Die über 300m hohen roten Dünen der Namib beeindrucken uns auch beim 2. Mal wieder und als ich auf dem Gipfel einer besonders hohen angekommen bin meint ein französischer Tourist der hinter mir ankommt sehr treffend: "Incredible!" Ein starker Wind verweht die Spuren sofort und der Blick reicht schier unendlich über unzählige Dünen und Sandtäler hinweg. Als ich anschliessend den direkten Weg hinunter, über den Steilhang nehme, brummt der Sand während sich kleine Lawinen in Bewegung setzen. Mit einem Schritt lege ich gut 5m zurück und fühle mich fast schwerelos, weil alles so weich ist, in diesem Meer aus Sand, wo ich weit oben einige "Punktmenschen" sehe und die weisse Fläche des Vleis dort unten so unwirklich weit entfernt ist, dass man ebenfalls nur schwarze Punkte sieht wo Menschen unterwegs sind.

Nun haben wir anscheinend besser gelernt im Sand zu fahren, denn während wieder 2 Geländewagen von Touristen steckenblieben, wurde es diesmal bei uns kein einziges Mal knapp. So ist alles viel entspannter, wo wir vor 2 Jahren mit wenig Erfahrung und entsprechend ungutem Gefühl unterwegs waren. Schliesslich ist noch kein Gelernter vom Himmel gefallen.

Zurück in Windhoek lernen wir Tim und Eva kennen, 2 sehr hilfsbereite Belgier auf Reisen. So erfahren wir von einem anderen Reifenhändler, der einen sehr kompetenten Eindruck macht und konstruktive Vorschläge hat, um unser Reifenproblem in den Griff zu bekommen. Mittlerweile sind 6 der 8 Reifen kaputt. Nun vermuten wir, dass sie mit 900 kg zulässiger Last einfach zu schwach für unseren Bus sind. Für den fälligen Service und die Reparatur der Gummimanschetten stellen wir den Camper in die Werkstatt von Christian Bauer. Wir hoffen, dass wir spätesten bei unserer Rückkehr in 2 Monaten alles in Ordnung bringen und dann mit einem guten Gefühl weiterreisen können.


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