Ein etwas flaues Gefühl hatten wir beim Anblick unseres schaukelnden Autos, das in Buenos Aires mittels der Schiffswinden von Bord der Enrico Costa gehievt wurde. Aber alles ging gut. Erst der hektische Verkehr von Buenos Aires brachte uns einen Blechschaden ein. Nach einem Crash mit einem Taxi. Gott sei Dank hatten wir eine Versicherung abgeschlossen und es blieb der einzige Unfall der Südamerika Reise. Schon bald fanden wir eine gute Garage, die unsern Bus von seinen Beulen befreite und wir unseren ersten „ Asado“ zusammen mit den Arbeitern genossen.

Nach der Grossstadt Buenos Aires geniessen wir die Fahrt südwärts durch das schier endlose grüne Grasland der Pampa. Auf der Peninsula Valdez verbringen wir Weihnachten und freuen uns an den drolligen Magellan Pinguinen, die hier in einer Kolonie von etwa 2,5 Millionen ihre Jungen gross ziehen. Viele Seelöwen und Seeelefanten bevölkern die Strände. Wale sehen wir nur kurz von weitem. Dafür gibt es Guanacos und Gürteltiere und zu unserem Erstaunen grosse Vogelspinnen. Weiter südwärts erreichen wir über eine Schotterstrasse einen versteinerten Wald. Dort verbringen wir ein windiges und darum auch staubiges Sylvester. Gleich zur Eiweihung flicken wir den ersten Platten. Zu dieser Zeit wissen wir noch nicht, dass in den nächsten 3 Monaten noch 30 folgen werden. Trotz 2 Ersatzrädern sind die Gomerias (Reifenflickerbuden) für unsere“ Plattenserie“ vielfach zu weit auseinander. Folglich drücken wir den Reifen mit dem Wagenheber von der Felge, dann den Schlauch flicken, alles zusammenmontieren und mit der Velopumpe wieder aufpumpen. Bald wurden wir darin richtige Profis und die Schläuche sahen aus wie Flickenteppiche. Die unvergesslichen Eindrücke der faszinierenden Natur Patagoniens überwiegen aber alle Schwierigkeiten mit Reifen und Autopannen. Manchmal haben wir uns einen Allrad mit viel Bodenfreiheit gewünscht. Am wichtigsten war jedoch die Unabhängigkeit. Campieren wo immer es uns gefallen hat und wir uns sicher und nicht unerwünscht fühlen konnten. Offizielle Campingplätze finden wir sehr selten. Wir sehen grosse Gletscher mit 80 m hohen Abbruchkanten die in den südlichen Anden “ noch“ wachsen, blaue Seen, Kondore und lange Bartflechten in den Südbuchenwäldern, manchmal war es wie in einem Märchen. Wir hatten Glück und die bekannten Felsnadeln des Fitz Roy und Cerro Torre zeigten sich bei strahlend blauem Himmel.

In Ushuaia der südlichsten Stadt an der Magellanstrasse bestaunten wir Albatrosse. Die Versorgungsschiffe im Hafen und das raue Klima erinnerte uns an die Nähe der Antarktis. Auch das campen im Nationalpark Torres del Paine auf der chilenischen Seite mit den imposanten Bergen und den vielen Guanacos war ein wunderschönes Erlebnis. Auf dem Weg nach Norden überquerten wir den Paso Roballo nach Chile, zurzeit die südlichste Möglichkeit auf die 2400km lange Carretra Austral zu wechseln die noch im Bau ist. Die Strassenbauer nahmen uns im Jeep mit bis ans vorläufige Ende der Piste, die in der kommenden Zeit bis nach Puerto Jungay weitergebaut wird. Viele alte Menschen hier haben vor kurzem die ersten Autos in ihrem Leben gesehen. Eine alte Frau sass so gut auf ihrem Pferd, dass wir sie von hinten für einen Jungen gehalten haben. Im Süden Chiles prallt die frühere, einfache Lebensart mit der Moderne in krassen Gegensätzen aufeinander. Indios brachten ihren von Hand geschnittenen Weizen auf Wagen mit Rädern aus Baumscheiben zu einem Dreschplatz. Dort treibt eine alte Dampfmaschine über eine lange Transmission eine ebenso alte Dreschmaschine an. Ein paar Kilometer weiter kreuzte ein moderner Mähdrescher unseren Weg. Benzin gab es in der Provinzmetropole Cochrane noch per Schlauch und Fass. Die Fjorde waren bis vor kurzer Zeit nur per Boot vom Meer her oder per Maultier von Argentinien her zu erreichen. Ein grosser Vorteil waren die 3 Jahre Spanisch Unterricht und manchmal auch Walters Rollstuhl. So unlogisch es auch klingen mag, für die Menschen die oft in grosser Armut einen harten Alltag zu meistern haben, waren wir weniger die reichen, privilegierten Gringos, sondern auch nur Menschen die mit Schwierigkeiten fertig werden müssen. Trotzdem haben wir in unserem VW Bus mit fliessendem, sauberem Wasser (Katadynfilter und Pumpe , Gaskocher und warmem Federbett den weit grösseren Luxus als die Mehrheit der Einheimischen.

Die chilenische Seenplatte mit ihrem smaragdblauen, sauberen Wasser wirkt fast noch unberührt in den sattgrünen Wiesen und Wäldern. Die perfekt geformten, schneebedeckten Vulkane, an deren Flanken noch 1000 jährige  Araukarien wachsen, hatte ihren ganz eigenen Reiz. Manchmal sah man auf den Bergrücken Gletscher und unten sind wir durch einen Urwald mit Baumriesen und wilden Fuchsienbüschen gefahren. Der Vulkan Lonquimay war vor kurzem ausgebrochen und spuckte glühende Lavabrocken in die Luft. Ab und zu bebte die Erde und die Rauchwolke war meilenweit zu sehen. Meterhohe vor langem schon erkaltete schwarze Lavaströme bildeten einen kontrastreichen Hintergrund zu mannshohen weissen Pampas Grasswedeln. Auf der argentinischen Seite in Bariloche kamen beinahe heimatliche Gefühle auf, da es ähnlich wie am Vierwaldstätter See ausgesehen hat. Weiter nordwärts, wieder in Chile passieren wir unzählige Weingüter und nachdem wir im Tetrapack, aus Versehen Wein statt Milch gekauft haben, kommen wir auf den Geschmack. Die unzerbrechlichen Verpackungen sind im Auto viel praktischer und der schwere rote Wein ist sehr gut. Im März erreichen wir Valparaiso, den Hafen von Santiago de Chile und fahren weiter zur europäischen Stern Warte La Silla. Unvergesslich ist uns die Stille dort und der gewaltige Sternenhimmel. In der Atacama stört weder Streulicht noch Dunst die Sicht und die Milchstrasse zieht wie ein riesiger Schleier über den Nachthimmel.

Brigitte und Martin mit ihrem Hund Anna sind in ihrem weissen VW Bus mit uns über den 4745m hohen Paso San Franzisco gefahren. Wir haben sie per Zufall (wie könnte es auch anders sein - in einem Ersatzteilladen) wiedergetroffen. Auf unerwartet guten Wegen waren wir innert 2 Tagen vom Meer auf über 3000m hochgeklettert. Auf dieser Strecke ist kaum jemand unterwegs, andere Lastwagen oder Autos hatten wir seit einem Tag nicht mehr gesehen. Danach nahm die Leistung der Motoren rapide ab und bei etwas über 4000m kamen wir nicht mehr weiter. Wir mussten etwa 400kg Gepäck ausladen, erst dann konnte Walter wieder anfahren und erreichte nach mehreren Anläufen die nächste Anhöhe. Von dort aus zogen wir mit unserem Habegger und zusätzlichem Seil den Bus von Brigitte und Martin Stück für Stück nach oben. Zuvor hatten sie alles ausgeladen. Der Wegrand war verziert mit Kisten und Kasten vom Gemüse über Kleider bis zu Werkzeug und Ersatzteilen. Wir schleppten bis zum ein dunkeln all das Gepäck hinauf zu den Autos. In dieser Nacht konnte niemand schlafen. Die Höhe und die Anstrengung forderten ihren Tribut. Draussen viel das Thermometer auf -20 Grad und im Bus hatten wir noch -8. Bevor wir weiterfuhren sahen wir am Ende der weiten Hochebene eine Staubfahne. Das Auto kam aus einer Richtung wo auf unseren Karten gar keine Piste verzeichnet war. Geologen begrüssten uns. Sie hatten uns gestern Abend kommen sehen und wollten sich erkundigen ob wir Hilfe brauchten. Wir waren baff über so viel Einsatz und Hilfsbereitschaft. Am anderen Tag überquerten wir aber glücklich den Pass und freuten uns an der grandiosen Landschaft mit dem 2. höchsten Berg Südamerikas dem Ojo de Salado (6980m Höhe). Wir hatten unsere Lektion gelernt und sorgten von da an immer für genügend Akklimatisationszeit.

Über Salta, Tucuman und Jujuy im grünen Hochland Argentiniens, das im Norden in Halbwüsten mit grossen Kakteen übergeht, gings zurück nach Chile über den Paso Huaytiquina nach San Pedro de Atacama. Am Wegrand standen noch verrostete Schilder „ Peligro Minas“ und wir campierten sicherheitshalber am Weg, Verkehr hatte es sowieso keinen. Lagunen voller rosa Flamingos und über 6000m hohe Vulkane bildeten eine atemberaubende Kulisse. Nachts wurde es bitter kalt. Am Morgen hatten wir einen Eisblumen Schmuck an den Fenstern. Unsere Gemüsevorräte waren in den Pullovern eingepackt und wir mit Bettflaschen und allen verfügbaren Decken (eine Standheizung hatten wir nicht). Zum Frühstück schmolzen wir den Eisklumpen im Kochtopf für einen wärmenden Kaffee , losfahren konnten wir sobald die Sonne genug wärmte , vorher wäre der Motor gar nicht angesprungen. Am Zoll schenkte mir der mitleidige Zöllner ein Säckchen Cocablätter, weil ich Bauchweh hatte. Zusammen mit Wolf, Vivien und Martin (dem 2.!) in ihrem blauen VW Bus besuchten wir die Geysire von El Tatio. Wieder mussten alle schieben und ziehen helfen, bis die steilen Wege mit den 3 Bussen erklommen waren. Einige Flussdurchfahrten und die obligatorischen Platten sorgten weiter für Spannung. Auf dem Weg zum Salar de Surire waren wir dann wieder alleine unterwegs. Einmal mehr staunten wir über die LLaretas, eine Baumart die zwischen 4000m und 5000m Höhe wächst. Sie werden höchstens 1,50m hoch, dann sind sie allerdings etwa 500 Jahre alt und sehen aus wie runde bemooste Felsen (sind genauso hart!). Da sie von den Schwefelminen als Brennmaterial verwendet werden, sind sie sehr selten geworden. Vorbei an den Zwillingsvulkanen Parinacotta und Pomerape überquerten wir die Grenze nach Bolivien, wo der 6500 m hohe Sajama mit seiner weissen Gletscherkappe majestätisch über dem Altiplano thront. Für den etwa 100km weiten Weg nach La Paz brauchten wir einen ganzen Tag, es gab Flüsse zu durchfahren und viele tiefe Löcher statt einem Weg. Auch Lastwagen sind dort steckengeblieben.

In La Paz konnten wir in der Werkstatt von Ernesto Hug unser Auto reparieren und gleichzeitig an einem sicheren Ort campieren. Damals bauten wir zum ersten Mal den Motor aus, zum Glück wussten wir nicht, dass wir diese Prozedur noch 3 Mal wiederholen würden.

Nachdem wir uns in La Paz genaue Militärkarten besorgt hatten, wagten wir uns über den Salar de Uyuni. Er ist 17 mal so gross wie der Bodensee und liegt in einer Senke, die hier auf dem Altiplano die tiefste Stelle bildet. Mit Kompass und Massstab navigierten wir auf der riesigen, gleissend weissen Salzfläche wie auf einem Schiff, das auf einer Eisfläche steht. Die Herausforderung bestand darin, am anderen Ende die Ausfahrt zu finden. An seinen Ufern ist der Salar sumpfig, die einmündenden Bäche der Schneeberge verwandeln die Ufer in Salzmorast. Dort sind schon Autos auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Mitten im Salar gibt es eine “ Insel“ wo baumhohe Kakteen wachsen. Eine Nacht verbringen wir auf dem Salar und bekommen prompt „Besuch“. Einheimische die sich mit ihrem Lastwagen angeblich verirrt haben wollen von uns Benzin. Nach einigem Palaver können wir sie überzeugen, dass wir unsere Reservekanister dringend selber brauchen und sie ziehen widerwillig ab. Sie kamen ohne Licht an ihrem Lastwagen, stattdessen haben sie Lumpen um die Stossstange gewickelt, sie mit Öl getränkt und angezündet. Wir hatten den Verdacht, dass sie auch betrunken waren und zogen es vor, unseren Übernachtungsplatz um einige Kilometer zu verlagern, nur für den Fall, dass sie mit Verstärkung zurückkommen sollten. Verstecken können wir uns auf einer Salzfläche mit 160km Durchmesser sowieso nicht. Die Nachtfahrt war etwas unheimlich, man sieht schlecht wo die harte Kruste durch aufsteigende Gasblasen brüchig geworden ist. Am anderen Morgen war alles übersichtlicher und wir fanden zur Hauptspur zurück. Der Weg zur Laguna Colorada und weiter zur Laguna Verde führte vorbei an heissen Quellen, skurril geformten Felsen und vielen rosa Flamingos, die in den Lagunen nach Nahrung suchen. In der Nacht stehen sie in Gruppen dicht zusammen und frieren im Eis fest, bis sie die wärmende Morgensonne wieder befreit. Weisse Gipsinseln bilden einen malerischen Kontrast zu dem rot gefärbten, salzigen Wasser das der Lagune ihren Namen gegeben hat. Vorbei am Vulkan Lincancabur erreichen wir zum 2. Mal San Pedro de Atacama, wo wir unsere Vorräte auffrischen können bevor es über Ollague zurück nach Bolivien geht. Erstaunt erfuhren wir von den Zöllnern, dass wir seit einer Woche das einzige Auto seien, das hier die Grenze überquert hat. Nun kannten wir den Weg über den Salar schon und alles ging einfacher. Wir treffen auf Einheimische die eine kalte Nacht auf der Ladefläche eines Lastwagens verbracht haben. Er steckt im Sumpf fest und Sie wollen unseren Wagenheber leihen. Leider geht das schlecht, denn der VW ist etwas leichter als der Lastwagen. So können sie nur warten und hoffen, dass ein anderer Lastwagen vorbei kommt um ihnen zu helfen.

Wir merken auf dem Weg nach Potosi, dass unser Bus immer mehr Öl verbraucht und eine bedenklich blaue Abgaswolke produziert. Notgedrungen machen wir uns auf den Weg zurück nach La Paz zu Ernestos Garage. Dort stellte sich heraus, dass die Kolbenringe gewechselt werden müssen. Wir warten 6 Wochen auf die Ersatzteile und dürfen die ganze Zeit in Ernestos Werkstatt campieren. Wir bauen alles aus und wieder ein und machen uns auf den Weg über die Yungas ins Tiefland nach Trinidad und Santa Cruz.

Die abenteuerliche schmale Schotterstrasse an tiefen Abgründen entlang birgt so einige Überraschungen für Ausländer. Gut hat uns Ernesto von dem ungeschriebenen Gesetz des Linksverkehrs dort erzählt. Ohne dass irgendwo ein Schild steht, ist es klar, dass auf der linken Strassenseite gefahren wird. Auf diese Weise sitzen die Fahrer immer auf der Seite des Abgrundes und sehen wo genau das Rad läuft. Das ist auch bitternötig, denn die vollbeladenen Kleinlaster nützen jeden Zentimeter, um ein Fahrzeug kreuzen zu können. Zeit ist Geld und sie wollen weder langsam fahren, noch gar anhalten oder zu einer Ausweichstelle zurückfahren. Abgestürzte Autowracks liegen weit unten an den Hängen. Niemand kann sie dort holen und wir möchten gar nicht wissen, wie viele Tote und Verletzte es schon gegeben hat. Innerhalb von 100 km führt der Weg vom Altiplano über eine Andenkette mehr als 4000m hinunter ins Amazonasbecken. Die karge, trockene Landschaft des Altiplano wechselt aprupt zu feuchtwarmen grünen Steihängen, die bald in Urwald übergehen. Nur dumm, dass wir nicht wissen, wann der Linksverkehr wieder auf Rechtsverkehr wechselt. Wenn wir eine Staubfahne kommen sehen, wird es eine Zeit lang immer spannend wohin der andere (oder wir) ausweichen werden. Eine ganz andere Seite von Bolivien begeistert uns nun. Grosse farbige Aras bevölkern in ganzen Scharen die Bäume. Führt der Weg über einen kleinen Hügel, sehen wir leuchtend gelbe und lilane Farbtupfer im grünen Waldmeer. Diese Bäume sind so voller Blüten, dass man keine Blätter mehr sieht. In den Flüssen und Wassertümpeln gibt es viele Capivaras, die Südamerikanischen Wasserschweine. Sie sehen ein bisschen aus wie grosse Meerschweinchen mit langen Beinen (etwa Wildschweingrösse). Sie schwimmen sehr gut und sind immer auf der Hut vor ihrem Feind, dem Jaguar. Leider haben wir nur Fusspuren von ihm gesehen. Plötzlich kann es in Strömen schütten, dann sind die roten Erdstrassen wie mit Schmierseife bedeckt und wir kommen kaum vorwärts. Von Trinidad aus machen wir eine mehrtägige Bootstour auf dem Rio Mamore und verbringen die Nächte im Zelt. Nachts jagen die Fledermäuse und Flughunde die Insekten im Schein unserer Lampe, und im Fluss planschen die Delfine. Aus dem Wald schallt ein Konzert verschiedener Tierstimmen, die lautesten sind die Brüllaffen, fast klingt ihr Geschrei wie Motorsägen. Als ich am Morgen das Geschirr im Fluss abwasche, umringt mich plötzlich ein Schwarm kleiner Piranhas die an meinen fettverschmierten Fingern knabbern.

Eine Nacht verbringen wir bei Indios, die mit uns in einem Einbaum fischen gehen. Die gefangenen Piranhas sind fast 20 cm lang und landen später mit Köpfen und Zähnen in der Fischsuppe. Viele Stechmücken und auch Zecken plagen uns, ich zähle auf Walters Rücken fast 100 Stiche. Trotzdem war es sehr interessant bei ihnen zu zelten, traurig nur dass ausgerechnet an diesem Tag sich 3 Anakondas in der Nähe ihrer Hütten versammelt hatten. Sie haben Angst um ihre Kinder und haben alle 3 getötet. Verständlich, aber kein schönes Erlebnis.

Alligatoren, Wasserschildkröten und viele Vögel bevölkern die Flussufer. Ab und zu sehen wir auch Fischer oder Leute die mit dem Einbaum zur nächsten Siedlung fahren. Nach einer Woche können wir unseren Bus unbeschadet wieder in Empfang nehmen, wofür wir der Familie, wo er abgestellt war, sehr dankbar sind.

In Santa Cruz gibt es eine Humboltschule mit deutschen Lehrern, die uns zu sich einladen. So haben wir einen sicheren Campingplatz, lernen nette Leute kennen und erfahren viel über das Leben im Tiefland von Bolivien. Leider bekommt unsere Stimmung einen gewaltigen Dämpfer, als wir realisieren, dass unser Bus schon wieder Öl schluckt. Wir finden eine Werkstatt, aber sie haben viel zu tun und erst in ein paar Tagen Zeit. So bitten wir sie um einen Wagenheber und schlagen vor Getriebe und Motor selbst auszubauen. Der Chef schaut uns nur ungläubig an, ist aber bereit uns den Wagenheber zu leihen. 3 Stunden später haben wir Motor und Getriebe ausgebaut, schliesslich ist es noch nicht lange her, dass wir schon einmal soweit waren und die Schrauben sind alle gut zu lösen. Von da an hilft uns in der Werkstatt jeder wo er nur kann, anscheinend haben wir sie beeindruckt. Bald ist klar, dass wir zurück müssen nach La Paz. Über Cochabamba und Oruro erreichen wir wieder die Hauptstadt. In Ernestos Garage liegen noch die alten Kolben die noch besser aussehen, als die neuen. Die bauen wir notgedrungen mit neuen Kolbenringen wieder ein und hoffen, dass wir damit in Zukunft keine Probleme mehr haben werden. Damals wussten wir noch nicht, dass unser Bus die ganze Reise und auch noch mehrere Schwedentouren brav durchhalten wird.

Am Sajama vorbei fahren wir Richtung Arica, und weiter nach Peru.


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