Seit kurzer Zeit ist der Westteil des Etosha Nationalparks für normale Touristen zugänglich. Da es dieses Jahr eine gute Regenzeit gab, steht langes Grass und die Gegend sieht dadurch viel einladender aus. Wie schon letztes Jahr haben wir Glück und können viele Tiere beobachten. Neben vielen Vögeln, Antilopen, Zebras und Giraffen sind die Highlights mehrere Nashörner, 2 Löwinnen, Löffelhunde, ein Sekretär, 2 Kampfadler und natürlich Elefanten. Vor dem Anderson Gate übernachten wir auf dem El Dorado Campsite und die nächsten Nächte auf der Etosha Safari Campsite. Im Okaukuejo Camp ist wieder mal alles ausgebucht. Komisch allerdings, dass ein Drittel des Platzes leer ist, als wir 5 Minuten vor Torschluss hinausfahren?!

Auf dem Weg zum Galton Gate passieren wir eine schöne Savannenlandschaft mit vielen Steppentieren an mehreren Wasserlöchern. Ein Sekretär ist auf der Jagd nach einer Schlange und eine Gruppe Elefanten versperrt vor dem Dolomite Camp fast 2 Stunden lang den Weg. Sie reagieren viel nervöser auf Autos, als die Elefanten im Ostteil des Parks. Da im Dolomite Camp alles voll ist, schaffen wir es kurz vor Dunkelheit noch ans Galton Gate. Im Hobatere Camping verbringen wir die Nacht, im Dunkeln hören wir eine grosse Katze und sehen am Morgen im Sand die Fusspuren. Gut müssen wir nachts für die Toilette den Bus nicht verlassen.

In Kamanjab ergänzen wir unsere Vorräte und freuen uns über die freundliche Begrüssung im Oppi Koppi Camping, dort können Reisende mit ausländischer Nummer kostenlos campen. Am Abend kommen Stachelschweine zu Besuch und in der nahen Metzgerei können wie sehr gutes Fleisch kaufen. Im staubigen Opuwo machen wir nur einen kurzen Tankstopp und fahren weiter zu den Epupa Falls.

Dort campieren wir auf dem Omarunga Camping direkt am Wasser des Kunene. Am anderen Flussufer liegt Angola. Von einem Hügel aus hat man eine traumhafte Aussicht auf die Fälle mit den alten Baobabs und Palmen dazwischen. Es führt sogar ein Weg hinauf, so dass wir uns dort oben einen „Sundowner“ genehmigen können. Andrew, der Manager des Campings kann uns Auskunft zur Strasse zum Marienflusstal geben. Er war in dieser Gegend schon mehrfach unterwegs. Wir erkundigen uns nach dem Zustand der D3703 bis Otjihaha und weiter nach Orupembe und Red Drum. Es sei sehr steinig und wir müssten langsam fahren, aber auf jeden Fall machbar mit unserem Auto. Da wir genügend Vorräte an Nahrung, Wasser und Benzin haben und ebenso genug Zeit und gute Karten, ist das eine gute Nachricht. Bei Okongwati biegen wir nach Westen ab. Der Weg wird zusehends schmaler und auch immer schlechter. Spitze Steine wechseln sich mit kurzen Sandpassagen ab. Dicke störrische Dornbuschäste zerkratzen das Auto. Schon bald müssen wir Steine in die Löcher füllen um nicht auf den harten Felsen aufzuschlagen. Zum Glück haben wir neue Reifen sonst wäre uns ein Plattfuss sicher gewesen. Trotzdem muss unser armes Auto viel einstecken und wir hoffen, dass die Querblattfeder das alles aushalten wird (die bestellte verstärkte schwimmt noch immer auf dem Schiff). Am Ende sind wir seit Okongwati 7 Stunden unterwegs, haben kein anderes Auto gesehen, viele schwierige Stellen gemeistert aber nur 40 km geschafft. Kurz vor Sonnenuntergang finden wir neben dem Weg eine halbwegs ebene Stelle zum Übernachten. Müde vom Steine schleppen und stressigen Wegstücken mit grossen Löchern und Felsblöcken hoffen wir, dass die restlichen km bis nach Otjitanda morgen leichter werden. Dem war leider nicht so. Es kam noch dicker. Nach 6 Stunden „Strassenbauarbeiten“, Bangen und Hoffen haben wir das letzte Steilstück (nur etwa 3 km) unbeschadet überstanden. Abgesehen von unzähligen „Rallystreifen“ an den Seiten des Autos, wo die harten Äste im Weg waren und den Schnitten in den Reifen, die nun leider nicht mehr neu aussehen. Heilfroh, dass noch alles ganz geblieben ist, campieren wir in der sandigen Flussebene kurz vor Otjitanda im Schatten einer grossen Akazie. Wieder kommen Himbas vorbei, die sehr freundlich und gar nicht aufdringlich sind. Nur ihre dürren Hunde knurren uns an. Am nächsten Tag ist die Fahrt nach Etanga, vorbei an Himba Dörfern fast ein Kinderspiel. Den Plan ins Marienflusstal zu fahren verschieben wir auf ein anderes Mal. Vorerst haben wir genug vom Offroad fahren. Vermutlich wäre die Strecke über Otjihaha nach Orupembe ähnlich schwierig geworden.

Wir übernachten auf dem Campingplatz der Opuwo Country Lodge, der auf einem Hügel liegt. Von dort hat man eine gute Sicht über die weite Landschaft. Südwärts über den Joubert Pass und Sesfontain erreichen wir die Kowarib Schlucht, wo wir auf dem Community Camping einen schönen Übernachtungsplatz mit eigenem Freiluftbadezimmer, Schattendach und Abwaschbecken finden. Morgens und abends haben wir dank angeheiztem Donkey warmes Duschwasser. Überall wo es einen Fluss gibt ist es grün, manchmal wachsen sogar Palmen, die zwischen den farbigen Felsen sehr malerisch aussehen. Eine Pavianherde kommt vorbei, hält aber zu unserer Erleichterung respektvollen Abstand.

Auf dem Weg nach Palmwag unterbrechen viele Tafelberge die Steppenlandschaft. Es sieht ein bisschen aus wie im Monument Valley in Amerika. Springböcke, Bergzebras, Giraffen und sogar eine Gruppe Elefanten sehen wir in der Nähe der Strasse. Auf dem Weg sonnt sich ein meterlanger Waran, der sich aber schnell im Gras versteckt. Auf dem Campingplatz haben wir den hintersten Platz mit traumhafter Aussicht auf die Umgebung, vor allem bei Sonnenuntergang. Wir stehen neben einem Busch und staunen nicht schlecht, als nachts ein Elefant genüsslich Zweige davon frisst. Damit hätten wir hier nicht gerechnet und geniessen das Erlebnis.

Beim nächsten Zwischenstopp auf dem Community Camp beim Abu Huab Trockenflussbett, sehen wir zunächst nur die ovalen Fussabdrücke der grauen Riesen. Wir besuchen die Felsgravuren bei Twyfelfontein und auf der Rückfahrt begegnet uns eine grosse Elefantenfamilie. Sie kommen von einer Wasserstelle bei einer Lodge und 2 von ihnen machen sich über die Pflanzen im Vorgarten her bis sie ein bellender Hund verscheucht. Sie haben eine rötliche Farbe wie die Steine und der Sand in der Gegend. Ob es Wüstenelefanten sind wissen wir nicht, eindrücklich sind sie sowieso.

Auch die Strecke bis zum Brandberg ist wieder landschaftlich sehr reizvoll. Da das Camp im Ugab Flussbett nicht mehr existiert finden wir einen Platz im Camping der White Lady Lodge. Unter grossen Bäumen sind hier schöne Plätze mit Feuerstellen und eigener Freiluftdusche/WC gemacht. Nachts kommen wieder Elefanten vorbei am anderen Morgen sehen wir ihre Spuren und Walter weiss nun was er in der Nacht gehört hat. Sie gehen so leise dass man meinen könnte es sind viel kleinere Tiere unterwegs, zum Beispiel eine Herde Esel. Die sind hier so schlau, dass sie Wasserhähne selbstständig öffnen, um trinken zu können. Beim Brandberg gibt es Felsmalereine die uralt sind. Ein Guide begleitet kleine Touristen Gruppen auf dem etwa stündigen Weg durch ein kleines Flusstal bis zu den Felszeichnungen. Er kann von der Flora und Fauna hier viel Interessantes erklären. Leider ist der Pfad überhaupt nicht rollstuhlgängig. Zum Glück steht der Bus unter einem Schattendach, es ist für Walter auch so noch heiss und langweilig genug zu warten bis ich wieder zurück bin.

Die 3 Wochen sind sehr schnell vorbei und wir verbringen noch eine sternenklare Nacht auf dem Erongo Mountain Camp. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Landschaft und die Wasserstelle. Alles ist blitzsauber und mit Liebe hergerichtet, so dass sich die Holperstrasse zur Farm Eileen am Ende doch gelohnt hat.

In Windhoek stehen wir auf dem Urban Camp, treffen sogar einen Bekannten vom letzten Mal und lernen Reisende von Australien kennen. Wir putzen pudrige Staubschichten aus den hintersten Ecken des Campers und sind glücklich, dass es eine Waschmaschine gibt. Bob der Australier bringt uns Fleisch vom Supermarkt mit und bereitet am Abend ein feines Braii oder wie ein Australier sagt ein Barbeque. Am Feuer erzählen wir und sie noch stundenlang von Reiseerlebnissen, denn sie waren öfter in Afrika und an anderen Orten der Welt. Cheryl erzählt auch von ihren beiden Malamuten die sie zu Hause in Australien hatten. Am anderen Tag heisst es Abschied nehmen.

Pünktlich wie abgemacht übernimmt Frank Schimmel unseren Bus, für den er eine verstärkte Querblattfeder organisiert hat. Netterweise fährt er uns zum Flughafen, von dort fliegen wir über Johannisburg nach Zürich.

 


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